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Das Leben ist für Dich, auch wenn es anders scheint

 

Als mir Suizid begegnete, erhielt ich ein Geschenk

 

Eines wunderschönen Tages erhielt ich ein Geschenk mit übelst bitterem Beigeschmack. Wie jeden Morgen ging ich mit meinem Hund in die Natur. Ich weiß nicht warum ich diesen Weg einschlug, ich hätte auch zick andere nehmen können. Wie sich herausstellen wird, war es mal wieder Fügung.

 

Wir gingen also durch Kälte und morgendlichem Tau. Es war ein herrlicher Morgen, der auf eine sternenklare Nacht folgte. Wie immer auf dieser Strecke kamen wir auf die Anhöhe einer Brücke. Aus der Ferne hatte ich bereits Blaulicht gesehen. Ich dachte, die Fahrzeuge sind auf dem Weg zu ihrem Einsatz und müssen über die Brücke fahren. Doch als ich näherkam, erkannte ich, dass die Fahrzeuge auf der Brücke standen. Dort herrschte reges Treiben.  Meine ursprünglich gewählte Route war somit blockiert. Ich ging also quer über die Brücke durch die Fahrzeuge und nahm parallel zum Fluss einen Spazierweg.

 

In Gedanken versunken, was da wohl auf der Brücke geschehen sein mag ging ich ein paar Schritte. Meine Affirmationen im Ohr rieselten vor sich hin. Dann drehte ich mich intuitiv um. Ich blickte genau in das Flussbett, unter die Brücke hindurch und sah „Dich“. Eine Seele, die mit ihrem intensiven Tun für viele Menschen wirkte und das Geschenk darin nur schwer zu erkennen ist. 

 

„Ich habe Dich gesehen!“

 

Du hast diesen Ort gewählt, um gesehen zu werden. Je mehr Dich sehen, desto wirkungsvoller Dein Tun. An diesem friedlichen, in die Natur eingebundenen Ort hattest Du Deinem Leben ein Ende gesetzt.

Dieser Anblick löste in mir etwas Massives aus. Mein Körper reagierte sehr stark. Ich bekam weiche Knie, Herzklopfen, ich zitterte und war wie betäubt. Ich war geschockt.

 

Sofort durchfuhr mich die Frage „Wer bist Du? Was ist Dir geschehen, dass Du diesen Schritt für den einzig möglichen gehalten hast? Warum hast Du das getan? Wie kann man sowas tun?“

Dann kam das Urteil: „Ich kann sowas nicht verstehen.“ und prompt in mir eine tiefe fast ermahnende Stimme: „Oh doch, ein früherer Teil von mir kann Dich sehr wohl verstehen. Ich kenne solche Gedanken, auch wenn sie schon Jahrzehnte her sind.“

Ein junger Mann hatte sich mit 21 Jahren das Leben genommen. Ich hatte ähnliche Gedanken ungefähr in diesem Alter.

Auf die Frage, „Wieso ich Dir begegnet bin?“ erhielt ich viele Antworten. Mir war nicht klar, wie wichtig und heilsam diese Begegnung für mich sein wird.

 

Ich möchte die anfänglichen Antworten in Schichten aufteilen, denn unsere Begegnung war, wie sich noch rausstellen wird, auf Seelenebene vereinbart.

 

Zuerst war da: „Ich muss mit dem was ich kann so viele wie möglich vor diesem Leid bewahren. Es ist Zeit, mich zu zeigen. Ich gehe an Schulen und setze bei den jungen Menschen die Impulse, sich immer Lösungen zu suchen, die mit LEBEN zu tun haben. Ich mache einen YouTube Kanal. Ich schreibe endlich mein Buch fertig.“

 

Dann kam der Impuls, dass meine Alessandra von damals „auch gesehen werden möchte“. Du hast mich erinnert, dass diese Alessandra von damals noch alleine in der Badewanne sitzt, mit ihren schweren Gedanken. Ich vereinbarte sofort einen Termin und ging zeitnah zu einer Kollegin. Was dann folgte, war eine neuartige körperliche und spirituelle Erfahrung für mich.

 

Über das Bild meine Alessandra in der Badewanne, die damals besetzt war durch Traumata aus dem Familiensystem plus viel Fremdenergie, die man sich durch Alkoholkonsum einlädt, erinnerte ich einen Traum, den ich vor kurzem hatte. In diesem Traum wurde eine junge Frau durch ihren Partner blutig geschlagen. Das Bild des blutüberströmten Gesichtes, das ein blutiges Lachen zeigte, lies mich in dieser Nacht voller Herzklopfen und Angst aufschrecken. Wir gingen per EMDR in diesen Traum. Die dadurch ausgelösten Gefühle waren schwer auszuhalten. Ich hatte Angst die Kontrolle zu verlieren. Nicht nur körperlich sondern auch psychisch. Ich wollte fliehen.

 

Meine Beine wurden weich, ich zitterte, weinte, mein Herz raste und ich wollte nur weg. Irgendwann sagte ich: „Das bin ich.“ Ich fühlte mich so sehr mit dieser jungen Frau verbunden. „Ich will zu meiner Mama!“ schoss es mir durch meinen Kopf. Dann durchfuhr mich eine enorme Wut. „Steh endlich auf und geh! Wehre dich!“ im gleichen Augenblick kam ein Gefühl der Ohnmacht. Diese weibliche Energie war der Männlichen hörig. Diese junge Frau war aus diesem Bild nicht wegzubekommen. Immer wieder wollte sie zu dem Partner und lies sich erneut verletzen. Ich wurde immer wütender und verzweifelter. Die Emotionen rauschten durch meinen Körper als haltlose Energie. Ich wollte, dass es endlich aufhört. War der damalige Ausweg der jungen Frau nur ein Suizid? Ich weiß es nicht.

In der Sitzung fügten wir das Bild ein, dass der Partner hinter Gitter kam. Die junge Frau kam nicht mehr an ihn ran. Augenblicklich war es der jungen Frau möglich sich selbst zu begegnen. Ein abstruses Bild entstand. Der Mann im Käfig und die Frau hinterm Herd. Sie wollte backen.

Da ich körperlich so erschöpft war, beendeten wir diese Sitzung mit diesem Bild.

 

Ich hatte schon viele Sitzungen. Doch diese war die bisher intensivste und ich weiß nicht, ob ich eine Steigerung mental und physisch ertragen könnte.

 

In den ersten Tagen nach dieser Sitzung hatte ich jedes Mal angstvolle Gefühle, wenn ich an diese dachte. Für mich war klar, dass dieses Bild ein erster Schritt zur Lösung war, doch hier ging es noch um so viel mehr. Mir war bewusst, dass die Dynamik zwischen der männlichen und weiblichen Energie in jedem System eine starke Wirkung auf das Leben im JETZT hat. Zu oft hatte ich durch die Heilung beider Energien in den Systemen meiner Klienten zu Frieden und Freiheit verholfen. Es war mir ein Bedürfnis, dies jetzt auch für mich und mein System zu tun.

Fragen wie: Was ist mit diesem Mann? Was hat der Satz „Ich will zu meiner Mama.“ zu bedeuten? Wie wird die wahre, endgültige Lösung aussehen? Welche Gefühle möchten noch durch meinen Körper transformiert werden? Wie werden die Gefühle der Heilung sein? Was wird mich erwarten? begleiteten mich bis zum zweiten Termin.

 

Jedes Mal, wenn ich an der Stelle, an der mittlerweile nach mir noch viele Menschen Kerzen und allerlei Gaben abgelegt hatten vorbeikam, lächelte ich ehrfürchtig und dankbar. Es zog mich solange immer wieder dorthin, bis ich in einer zweiten Sitzung alles gelöst hatte. Erst dann, war dieser Ort wieder wie vorher einfach schön und friedlich.

 

Ich konnte den Termin zwei Wochen später kaum erwarten. Was mir in der Zeit bis dahin doch bereits bewusst wurde, war eine neue emotionale Freiheit. Ich tat zwar schon immer, dass was ich machen wollte, doch hatte ich immer ein schlechtes Gewissen dabei. Da war bisher keine Freude, keine Selbstverständlichkeit in dieser vermeintlichen Freiheit. Doch seid dieser gewaltigen Sitzung, war ich freier geworden. Alles war jetzt so natürlich. Freilich darf ich tun was ich möchte! Mein Körper war so leicht, beweglich, lebendig, ungebremst. Wow, endlich!

 

Die zweite Sitzung brachte Klarheit und bot mir eine neue Wahrheit. Ich bin sehr ehrfürchtig, während ich diese Zeilen schreibe. Liebe Leser, wir sind so viel mehr. Wir sind unendlich. Im Kosmos herrscht Ordnung, Ausgleich (Gerechtigkeit) ist auf allen Ebenen.

Wir stiegen in das letzte Bild ein. Der Mann hinter den Gitterstäben und die Frau hinterm Herd. Ich wollte wissen, wieso es dieser weiblichen Energie NUR möglich war sich selbst zu begegnen, als das Männliche weggesperrt war?

 

Die Antwort war verknüpft mit viel Emotionalität. Das Weibliche war so eingeschüchtert, dessen Wert war vollständig abhängig von der Beurteilung des Männlichen. Die Existenz des Weiblichen war nur berechtigt durch das Wohlwollen des Männlichen. Diese Erkenntnis war zu tiefst ernüchternd. Ich hatte in meinem System eine völlige Schräglage, was Yin und Yang anging. Es gab buchstäblich nur das Eine, die Männlichkeit und wenn das gut gelaunt war, durfte das Andere (Weiblichkeit) gnädiger Weise auch sein. Ganz ehrlich? Mir wurde so einiges klar, was meinen Selbstwert, meine Geschichte mit meinem Vater und die Beziehung zu meinem Mann anging. Dieses Ungleichgewicht wirkte in mir und durch mich.

 

Was war hier passiert? Hatte das Weibliche vergessen, dass es die Instanz ist, die dem Männlichen das Leben schenkt? Wo war die Begegnung auf Augenhöhe? Wo die Einheit von beidem?

Ich wollte endlich Frieden. Für mich, für diese beiden Seelen und für alle nachkommenden Generationen.

 

Vor dem inneren Auge versuchte ich ganz zaghaft die junge Frau, die für die Weiblichkeit stand ins Rampenlicht zu stellen. „Zeig Dich der Welt!“ forderte ich sie auf. „Wo ist Deine Lebendigkeit?“ „Dein Selbstwert?“ „Du darfst sein. Du bist essenziell für diese Welt!“

Für die Lebendigkeit kam mir der Tanz. Ich steckte diese junge Frau in ein Blau-grünes glitzerndes Kleid und lies sie einen roten Teppich auf einen Ball gehen. Blau-grün für Sicherheit & Leben. Im Tanzsaal angekommen schreckte sie zurück. Dort waren potentielle Tanzpartner, sie waren männlich. Ich erklärte ihr mit Engelszungen, dass es auch gesunde Männlichkeit gibt. Männer, die Frauen wertschätzen können, weil sie sich selbst wertschätzen. Männlichkeit der es ein Bedürfnis ist, der Weiblichkeit auf Augenhöhe zu begegnen, aus Respekt und dem Verlangen nach Ebenbürtigkeit und dem Streben nach Einheit.

Nur langsam war sie auf die Tanzfläche zu bewegen. Ich spürte ihre Angst, sprach ihr gleichzeitig Mut zu. Ich ermöglichte ihr ein völlig neues Selbstbild sowie eine völlig andersartige Begegnung mit einer gesunden Männlichkeit. Erst als ich spürte, dass sie ihren Wert nicht mehr von einer Beurteilung von außen abhängig machte, sondern mit sich selbst zufrieden und glücklich war, sie sich sicher fühlte, trotz all der Männlichkeit, die sie umgab, lies ich von ihr ab. Sie ist jetzt frei!

 

Doch was war mit dem Mann hinter Gitter? Was war passiert, dass er so einen Hass auf Frauen hatte? Es kostete mich Mut, dieser Energie zu begegnen. Ich schöpfte diesen aus all dem, was ich gerade mit dieser jungen Frau erkennen und lösen durfte. Sie war so glücklich und zufrieden und genau mit diesem friedvollen Gefühl begegnete ich diesem jungen Mann. „Ich will zu meiner Mama!“ Da war er wieder dieser Satz. Er gehörte nicht zu der jungen Frau, zumindest kam er jetzt aus dem jungen Mann. Diese Männlichkeit hatte seine Mutter zu früh verloren. Er war in großer Not und wollte nur eins, die Liebe seiner Mutter. Wer bedürftig ist nach der Liebe seiner Mutter, den kann eine Partnerin nicht nähren. Seine Gewalt an dieser jungen Frau, war seine Hilflosigkeit, weil sie ihm nicht geben konnte was er so dringend benötigte.

 

Dann schaltete sich völlig unverhofft jemand altbekanntes mit ins Feld. Eine unerlöste Energie aus dem Energiefeld meiner Mutter. Eine männliche Energie, die durch ihre Taten verhasst und verurteilt worden war. Diese Konstellation prägte mein Leben als Tochter meiner Mutter. Ich bin Tochter einer traumatisierten Mutter. Doch ich bin es leid, dieses Trauma auch nur noch eine Sekunde länger in dieser Welt zu nähren oder dessen Folgen aufrechtzuhalten. Ich schloss diesen Mann in mein Herz. Ich schenkte ihm Liebe, als würde ich diese meiner Tochter schenken. MÜTTERLICHKEIT! Es war leicht, es war mir ein Bedürfnis und ich folgte einer ganz tiefen inneren Stimme. Ich schenkte ihm Liebe und  ich schenkte mir Freiheit.

Ich erlöste das, was mir am meisten Angst gemacht hat, durch meine eigene Liebe. Ein Gefühl des Glücks durchströmte mich, ich wurde leicht, hell, strahlend, unendlich frei! 

Mit 45 Jahren hatte ich durch mich selbst, meine Geschichte transformiert. Die Geschichte der Tochter einer zu riefst traumatisierten Mutter. Für mich und meine Nachkommen. 

 

Eine gesunde Weiblichkeit ist auch Mütterlichkeit. Nur diese vermag alles zu heilen.

 

Der suizidale junge Mann von der Brücke kam in mein Leben und schenkte mir Freiheit. Durch die Verarbeitung dieses Anblicks, kam ich in tiefe Gefilde meiner Selbst und meiner Seele. Ich heilte mich hier und jetzt, vielleicht in einer anderen Inkarnation und ich heilte für mich und meine Nachkommen, die Weiblichkeit in meinem System, die Mütterlichkeit und die Männlichkeit. In meinem System begegnen sich jetzt alle auf Augenhöhe. Unser Bestreben ist die Einheit von Yin und Yang.

Und das alles, weil ich mich umgedreht hatte.

Danke JAN.

Ich weiß nicht, ob JAN die Inkarnation des Peinigers meiner Mutter ist. Rein rechnerisch wäre es möglich. Jan meinte auch, dass er wieder inkarnieren wird und wir uns nochmals begegnen werden. Eines ist gewiss, dieses Mal mit süßem Geschmack und in Freude und Leichtigkeit.

 

Mit diesen Zeilen möchte ich alle motivieren, die Geschenke des Lebens zu erkennen. Die Reise nach Innen zu wagen und all den Träumen zu folgen, sie sind Teil unserer Unendlichkeit. Wir alle dürfen vertrauen, dass alles für uns ist, damit wir uns erinnern. Wir sind so viel mehr. Wir sind unendlich.

 

In Dankbarkeit und Liebe,

 

Alessandra

Mehr über mich und meine Arbeit unter:

www.seelenunrsprung.de

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